26.11.2017                  Arbeitstagung der Berittenen Garden und Wehren

Im Jahresprogramm vom Landesverband Historischer Bürgerwehren und Stadtgarden Württemberg und Hohenzollern e.V. steht alljährlich im Spätherbst eine Arbeitstreffen der Berittenen Garden und Wehren an. 
Hierzu lädt Rittmeister Albert Steinhauser, Kommandant der Stadtgarde zu Pferd "Gelbe Husaren Altshausen", in seiner Funktion als Vertreter der Berittenen im Landeskommando, zur jährlich an wechselnden Tagungsorten stattfindenden Arbeitstagung ein.

Ausrichter und Gastgeber sind in diesem Jahr die Hohenzollern-Kürassiere Sigmaringen 
am 26.11.2017 ab 09:30 Uhr im Reiterstüble St. Georg, Paulter Hof 8 in 72514 Inzigkofen

Welchen gewichtigen Stellenwert die Reiterei im Landesverband Württemberg und Hohenzollern einnimmt erkannt man daran, dass immerhin 8 der insgesamt 33 Wehren und Garden des Verbandes entweder reine Kavallerie-Garden oder Wehren mit eigener Kavallerie-Abteilung sind.

Nebst Landeskommandant Oberst Jürgen Rosenäcker aus Crailsheim werden die Kommandanten und Stellvertreter der Kavallerieeinheiten aus Altshausen, Ellwangen, Friedrichshafen, Ochsenhausen, Bad Saulgau, Stuttgart und Tübingen erwartet.

Da die Tagungsteilnehmer zum Teil doch erhebliche Anfahrtswege haben beginnt die Tagung mit einem traditionellen "Arbeitsfrühstück", denn:
"Wär der Magen leer, fiel das Tagen schwer"!

Die Tagung behandelt üblicherweise klassische Themen der Berittenen, die mit ihren vierbeinigen Kameraden, zur Mitgestaltung von Festumzügen und Veranstaltungen des Landesverbandes oder ihrer Heimatgemeinden, in der Regel besondere, meist sehr aufwändige Vor- und Nachbereitungen treffen müssen. 

15.11.2017  Hohenzollern-Kürassiere in der Mediation

Die erste Mediationssitzung fand am Mittwoch, den 15.11.2017 von 17:30 - 21:00 Uhr statt.

Alle Beteiligten waren sich über die Zielsetzung einig, dass der Zusammenhalt des Vereins und die Vermeidung von Austritten oberste Priorität haben. 

Die Mediationsteilnehmer arbeiten an Lösungsoptionen.

Die nächste Mediationssitzung findet bereits am 29.11.2017 statt.

Bereits in der Literatur werden die Reiter des seinerzeitigen „Kreiskürassier-Regiments Hohenzollern“ oft prägnant als „Hohenzollern-Kürassiere“ bezeichnet. Namensgebend für das Regiment war also sowohl der Schwäbische Kreis als Feldherr, als auch der jeweilige Regimentsinhaber, erstmals 1744, bereits als Erbprinz-, ab 1769 als Fürst Carl-Friedrich - und nach 1793 dessen Sohn Fürst Anton-Aloys von Hohenzollern.

„Kürassier“ bezeichnet den aufgrund seiner Bewaffnung Pallasch und Karabiner und Panzerung (Kürass = Brustpanzer) „Schweren Reiter“.

Der Verein „Hohenzollern-Kürassiere Sigmaringen e.V.“ wurde 1984 als Garde gegründet und ist seither Mitglied im Landesverband Historischer Bürgerwehren und Stadtgarden Württemberg und Hohenzollern und langjährig in der Union der Eüropäischen Wehrhistorischen Gruppen aktiv.

Die Hohenzollern-Kürassiere haben sich der Traditionspflege des seinerzeitigen "Kreiskürassierregiments Hohenzollern" und der Bürgerwehren unseres Landes verschrieben, die vorwiegend als Repräsentativgarden  „im bunten Rock“ zu Festlichkeiten und kirchlichen Feierlichkeiten herangezogen werden. Uniformen und Waffen sind Symbole geworden, aber noch immer heißt „Farbe tragen auch Farbe bekennen“.

Die „Bürger im Bunten Rock hängen keinen überholten militanten Ideen und Zielen an, Inhalt der Wehren ist heute das Bewahren einer guten Tradition, die Erhaltung bodenständigen Brauchtums und die Pflege der Kameradschaft.

Seit ihrer Gründung 1984 können die Hohenzollern-Kürassiere auf die Mitwirkung zahlreicher Veranstaltungen, Festumzüge, Paraden und Staatsempfänge zurückblicken.

Als Höhepunkte Ihrer Vereinsgeschickte werden neben dem Staatsempfang von Michael Gorbatschow 1989 in Stuttgart meist gerne auch die 1000-Jahr-Feierlichkeiten 1993 in Potsdam, die Europameisterschaft der Springreiter 2003 in Donaueschingen, 200 Jahre Fürstenkongress in Erfurt 2008, verschiedene Teilnahmen an den großen Festumzügen der Heimattage Baden-Württembergs, des Oktoberfestes in München und des Cannstatter Volksfestes aber auch die heimatlichen Paraden auf Burg Hohenzollern und Schloss Sigmaringen genannt.

Im Juni 2009 feierten die Hohenzollern-Kürassiere in Sigmaringen ihre 25-jährige Vereinsgeschichte mit einem Großen Landestreffen, bei dem über 2500 Gardisten aus 50 Bürgerwehren, Stadtgarden und Milizen aus Süddeutschland und wehrhistorische Gruppen aus dem europäischen Freundeskreis teilnahmen.

Neben zahlreichen Auslandsreisen zu den befreundeten Verbänden der UNION EUROPÄISCHER WEHRHISTORISCHER GRUPPEN nach Österreich, Polen, Ungarn oder Bulgarien galt die Teilnahme an der Steubenparade in New-York, an der die Hohenzollern-Kürassiere 2012 mit 21 Reitern und Trompetern teilgenommen haben als eine der bemerkenswertesten Aktionen.

Als Glanzstück der aus bis 30 Reitern bestehenden Truppe gilt bei Ihren Aufmärschen zweifellos das berittene Trompetercorps mit Paukenpferd, das den Gesamteindruck auch musikalisch eindrucksvoll unterstreicht.

Unterstützt wird die Aktive Truppe von derzeit 70 Fördermitgliedern und ist offen für jeden, der Freude hat, die Tradition des seinerzeitigen "Kreiskürassierregiments Hohenzollern" aufrecht zu erhalten und Kameradschaft in deren Reihen sucht.

 

15.11.2017  Hohenzollern-Kürassiere in der Mediation

Die erste Mediationssitzung fand am Mittwoch, den 15.11.2017 von 17:30 - 21:00 Uhr statt.

Alle Beteiligten waren sich über die Zielsetzung einig, dass der Zusammenhalt des Vereins und die Vermeidung von Austritten oberste Priorität haben. 

Die Mediationsteilnehmer arbeiten an Lösungsoptionen.

Die nächste Mediationssitzung findet bereits am 29.11.2017 statt.

Das Schwäbische Kreis-Kürassier-Regiment hatte in seiner 140-jährigen Geschichte mehrere Namen, die es von anderen Waffengattungen und Regimentern innerhalb der Reichsarmee und des Schwäbischen Kreises unterschieden.

In alten Chroniken taucht es 1664 einfach unter dem Namen "Kreisreiterei" auf und wurde damals, wie in seiner folgenden Geschichte, nach seinem Inhaber "Graf Maximilian Franz zu Fürstenberg" genannt.

Im Friedensfall boten Hohenzollern-Sigmaringen 6 Reiter, die übrigen zollerischen Grafschaften Hechingen und Haigerloch weitere l1 Reiter zur Kreisreiterei, die von l672 - 1677 den offizie1len Namen "Katholisches Kreis-Regiment zu Pferd" trug.

In Kriegszeiten immer nur sehr zögerlich aufgestellt, wurde das schwäbische Kontingent nach Friedensschlüssen stets eiligst wieder abgedankt. So kam das in Ulm eingeschiffte schwäbische Kontingent zu spät, um zum Entsatz Wiens am 12. September 1683 wirksam eingreifen zu können. Aber das Regiment Gronsfeld taucht im Laufe bis 1683 bis 1699 immer wieder an maßgeblicher Stelle in den "Ordres de Bataille" auf

Unter Graf Joseph Franz von Gronsfeld ( l683 - 1699), der das nunmehr. "Kreis-Kürassier-Rgt. (kath.)" genannte Regiment während des Türkenkrieges inne hatte, erlebte es seine erfolgreichste und schwerste Zeit:

  • August 1686 Schlacht bei Ofen (als "Buda" heute ein Teil der Stadt Budapest),
  • August 1687 Schlacht am Berge Harsany (Mohacs),
  • August 1688 bis 9. September 1688 Belagerung und Einnahme von Belgrad, unter Feldherr
    Prinz Eugen von Savoyen,
    • August 169l Schlacht bei Szlankament, in der die Armee des Markgrafen Wilhelm Ludwig
      von Baden ("Türkenlouis")

Während der Jahre 1691 bis 1704 hatte Graf Johann Friedrich Schenk von Stauffenberg das Kreis-Kürassier-Regiment inne. 1693 bis 1703 wurde das 1691 geschaffene Kreis-Dragoner-Regiment (mixtiert) dem Grafen Franz Anton von Hohenzol1ern-Sigmaringen übergeben. In dieser Zeit wurden die Kontingente der zollerischen Grafschaften Hechingen, Haigerloch und Sigmaringen diesem gemischt- konfessionellen Dragoner-Regiment zugeordnet.

Nach Beendigung des Spanischen Erbfolgekrieges (1701 - 1714) ging das Kreis-Kürassier-Regiment von Graf Johann Friedrich Schenk von Stauffenberg auf Graf Eustach Maria Fugger über und das zollerische Kontingent wieder zurück zu diesem "rein" katholischen Regiment.

Zwischen 1736 bis 1756 war Markgraf Karl Friedrich von Baden-Durlach Inhaber des Kreis-Kürassier-Regiments. Danach erhielt es mit Fürst Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen erstmals den Namen "Kürassier-Rgt. Hohenzollern", den es bis zu ,seiner Auflösung tragen sollte.

Das Kreis-Kürassier-Regiment "Fürst Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen" rückte in den Siebenjährigen Krieg auf der Seite Maria Theresias aus. Auch wenn sie aufgrund ihrer aus kleinen und kleinsten Kontingenten zusammengesetzten Truppenteile in der Friedenszeit (auch wegen der sprichwörtlichen Sparsamkeit des Schwäb. Kreistages) kaum hatten einheitlich ausrüsten und im Verband hatten ausbilden können, standen sie auf die Dauer dieses langen Krieges doch ihren Mann.

Wenn auch der Ausgang der Schlacht von Roßbach im Jahre 1757 darüber einen anderen Eindruck vermittelt, so ist doch erwiesen, dass die Hohenzollern-Kürassiere in der Vorhut der verbündeten französischen und Reichsarmee dem Ansturm der preußischen Kavallerie unter General von Seydlitz tapferen Widerstand leisteten.

Der Feldherrnkunst eines Friedrich II. hatten aber auch sie nichts entgegenzusetzen als das nackte Leben. Das Regiment hatte erhebliche Verluste. Schlimmer noch erging es den Reitern des anderen schwäbischen Kavallerie-Regiments : Das Dragoner-Regiment "Herzog von Württemberg" wurde wegen der Ähnlichkeit ihrer Uniform mit der des preußischen Dragoner-Regiments Nr. 1 "von Normann" von Husaren des österreichischen Regiments "Szecheny" überfallen und ihrer Standarte

beraubt. Was Wunder also, dass die ohnehin schlecht auf die Österreicher zu sprechenden protestantischen Schwaben in der Schlacht von Leuthen im Dezember desselben Jahres (angeblich) über die Köpfe ihrer preußischen Glaubensgenossen hinwegschossen.

Nun, die Scharte wetzten die Hohenzollern-Kürassiere bis zum Frieden von Hubertusburg mehr als einmal wieder aus. So waren sie dabei als bei Maxen am 21. November 1759 das Korps des preußischen Generals Finck ausgehoben wurde.

Auch im Jahre 1796 wurde die Reichsarmee gerügt, als sie den gelandeten Franzosen im Gefecht bei Offenburg nicht mehr als hinhaltenden Widerstand entgegengesetzt haben soll. Tatsache aber ist, dass den mehr als 80.000 Franzosen nur das schwäbische Kontingent von 7.230 Mann gegenüberstand und der Rest der Reichsarmee gar nicht mehr zu erwarten war. Zu dieser Zeit wurde das Regiment "Fürst Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen" auf das Fünffache der Matrikularstärke gebracht (Quintuplum), zahlte aber bei dem Rückzug bis Biberach (Riss) einen hohen Blutzoll.

Dann wurde 1801 das schwäbische Korps auf Befehl des österreichischen Feldherrn Erzherzog Karl zu allem Überfluss auch noch entwaffnet, weil der Herzog von Württemberg, der badische Markgraf und nicht zuletzt das Haus Hohenzollern (im Vertrag von Gammertingen) Sonderverträge mit den Franzosen abgeschlossen hatten.

Immerhin wurden noch 1804 Hohenzollern-Kürassiere von Johann Baptist Pflug als Bewachung des Schlosses Winneburg bei Ochsenhausen, in dem sich der greise Fürst Metternich (der Vater des Ministers) aufhielt, erwähnt, wenn sie auch gegen Ende des alten Reiches wie dieses selbst nur mehr ein Schattendasein geführt haben dürften.